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Das
war Rastoke Anfang März. Hier, wo die Flüsse Slunjcica und Korana
zusammen fließen, bringt der Winter eine Zeit der Ruhe für Mensch und
Natur. Nur 30 Kilometer südlich befinden sich die weitaus bekannteren
Plitvicer Seen. Das Besondere an Rastoke ist jedoch, dass inmitten der
faszinierenden Wasserlandschaft eine Siedlung entstanden ist. Eine
Siedlung, in der die Menschen heute wie in alten Zeiten in Harmonie mit
der Natur leben und arbeiten - und darauf bedacht sind, die verletzliche
Schönheit ihres Lebensraumes zu erhalten. Denn die Wasserfälle
entstehen durch die Ablagerung von Travertin, das sich aus lebenden
Organismen und Mineralen bildet, und gegenüber äußeren Einflüssen
ausgesprochen empfindlich ist.
Zwischen den schäumenden Flussläufen entstand so mit der Zeit eine
Vielzahl von Seen, Kanälen, Stromschnellen und Wasserfällen. Land gibt
es nur dort, wo der Fels fest genug war um den Wassermassen stand zu
halten. So blieben den Menschen nur kleine Inseln um darauf ihre Häuser
und Wassermühlen zu errichten. Einige der Bauten werden heute auch für
gastgewerbliche Zwecke genutzt. Zu hoffen bleibt nur, dass das
Umweltbewusstsein dem Wunsch nach Profit nicht zum Opfer fallen wird.
Die Wassermühlen, in denen heute noch Getreide und Mais gemahlen wird,
sind über dreihundert Jahre alt. Einige davon waren schon außer
Betrieb, wurden aber in den letzten Jahren fachgerecht wieder instand
gesetzt.
Und so drehen sich die Mühlsteine wieder unermüdlich und voller
Zuversicht. Zu Ostern werden hier nicht nur die Eier bunt bemalt -
Rastoke selbst scheint in neue Farben getaucht. Der Wechsel der
Jahreszeiten ist heutzutage nur mehr selten so sichtbar wie hier.
Betrachtet man die faszinierende Landschaft, dann versteht man, dass
neben den Wassermühlen, von denen die Menschen hier seit je her lebten,
nun auch der Fremdenverkehr eine immer wichtigere Rolle einnimmt.
Rastoke nur als Naturdenkmal zu bezeichnen, würde dem Zauber dieser
faszinierenden Wasserwelt nicht ganz gerecht. Angemessener wäre es
vielleicht, in der vollkommenen Schönheit und Harmonie dieses kleinen
Naturwunders ein Denkmal an das Zusammenleben von Mensch und Natur zu
sehen.
Filmautor: Dominik Zen, TV-Kroatien
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